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 Häuserrundgang im Museumsdorf Bayerischer Wald


Große Höfe und Kleinanwesen
In den Dörfern gab es nur wenige Großbauern mit stattlichen Höfen. Die überwiegende Zahl der Anwesen waren mittlere bis sehr kleine Betriebe mit wenig bis gar keinem Grundbesitz.
Bezüglich der Hoftypen lassen sich im Bayerischen Wald Einfirstanlagen (Wohn-Stall-Stadelhaus), Wohnstallhaus und Vierseithof unterscheiden.



1) Einfirstanlage vom Karmannhof aus Bachlern bei Viechtach, erbaut um 1612
(Gebäude Nr. 5)
Dieses kleine Holzhaus wurde als sog. Einfirstanlage errichtet. Sie wird so genannt, weil sie Wohnraum, Stallung und Stadel unter einem Dachfirst vereint. Solche Häuser wurden vor allem von den Kleinbauern, Tagelöhnern und Inleuten bewohnt.

2) Dachsenhof aus Weißenregen bei Kötzting, erbaut um 1717 (Gebäude Nr.32)
Darstellungszeitraum: 1930er Jahre

Neben den Einfirstanlagen waren Wohnstallhäuser am weitesten verbreitet. Bei diesem Haustyp befinden sich Wohnraum und Stallung unter einem Dach. Der Stadel ist entweder angebaut oder steht wie die übrigen landwirtschaftlichen Nebengebäude separat. Wohnstallhäuser gehören in der Regel zu den Höfen der bäuerlichen Mittelschicht. An der Giebelseite ist ein doppelter Balkon zu sehen mit der für den Bayerischen Wald typischen Laubensäule in der Giebelmitte.


3) Bucheckergut aus Hohenthan bei Schönberg (Gebäude Nr. 37)
Darstellungszeitraum: frühes 20. Jahrhundert

Das Bucheckergut ist der einzige Vierseithof im Museumsdorf . Seine geschlossene Hofanlage besteht aus dem Wohnhaus mit Inhaus, Roß- , Ochsen- und Schweinestallungen, Stadel, Getreidekasten, Wagenremise und Streuschupfe, die sich alle um den Hofraum gruppieren. Solche komplexen Hofanlagen wurden im allgemeinen nur von wohlhabenderen Bauern bewohnt.


4) Stadel aus Grünbach (Gebäude Nr. 15)
Darstellungszeitraum: 1. Hälfte 20. Jahrhundert

Der Stadel war neben Stallung und Getreidekasten das wichtigste landwirtschaftliche Nebengebäude eines Hofes. Die in Ständerbauweise errichteten Scheunen legen ein eindrucksvolles Zeugnis ab für hervorragende Zimmermannsarbeit. Die Deckung mit Stroh war für landwirtschaftliche Nebengebäude im Bayerischen Wald noch bis nach dem 2. Weltkrieg verbreitet.


5) Getreidekasten vom Geigerhof aus Grub bei Konzell (Gebäude Nr. 38b)
Darstellungszeitraum: um 1850

Die Getreidekästen im Museumsdorf stellen häufig eine Mischung aus Ständerbauweise im Erdgeschoss und Blockbauweise im Obergeschoss dar. In ihnen wurde das kostbare Getreide gelagert, weshalb sie auch als das "Schatzkästchen" eines Hofes bezeichnet wurden. Solche Gebäude konnten unter Umständen zu Wohnungen für Inleute umgebaut werden.


6) Schul- und Marktschreiberhaus aus Simbach bei Landau, erbaut zwischen 1666 und 1670 (Gebäude Nr. 9)
Darstellungszeitraum: um 1700

Die älteste Volksschule Deutschlands ist eine wahre Rarität. Das Haus wurde zwischen 1666 und 1670 erbaut und war zugleich Rathaus und Gefängnis.

Die Schulstube befindet sich im Obergeschoss. Sie wurde wie das gesamte Haus aufgrund der noch erhaltenen Inventarlisten von 1700 eingerichtet.


7) Die Rothaumühle am ursprünglichen Standort (Gebäude Nr. 44)
Darstellungszeitraum: um 1900

Diese historische Mühle steht seit weit über 500 Jahren an diesem Ort und ist die Keimzelle des Museumsdorfes Bayerischer Wald. 1430 wurde sie zum erstenmal erwähnt. Nach ihrer aufwändigen Restaurierung wurde sie 1974 als Heimatmuseum eröffnet.

Heute werden hier "Zeugnisse der Volksfrömmigkeit" ausgestellt. Von besonderer Anziehungskraft ist auch die Mahlkammer, in der jedes Jahr zu Pfingsten Korn gemahlen wird. In unmittelbarer Nachbarschaft stehen heute vier weitere Mühlen: zwei Sägewerke, eine Hammerschmiede und eine bäuerliche Getreidemühle


8) Wallfahrtkapelle Maria vom Guten Rat aus Thierham (Gebäude Nr. 34)
Darstellungszeitraum: 1828


Kapellen und andere Zeugnisse der Volksfrömmigkeit gehörten zum Erscheinungsbild der Dörfer des Bayerischen Waldes. Neben den Hof- und Dorfkapellen gab es auch die Wallfahrtskapellen. In ihrer baulichen Ausführung und Ausstattung waren sie recht unterschiedlich, doch gerade bei einfacheren Kapellen ist der mit Brettern verschalte Ständerbau besonders beliebt.

Diese reich verzierte Kapelle wurde in Einlösung eines Gelübdes errichtet, das ein Soldat aus Thierham bei Sonnen während des Russlandfeldzuges Napoleons abgelegt hatte.


 GEBÄUDE
1) Einfirstanlage vom Karmannhof aus Bachlern bei Viechtach
Gebäude Nr. 5
2) Das Wohnstallhaus
Dachsenhof aus Weißenregen bei Kötzting
Gebäude Nr. 32
3) Der Vierseithof
Bucheckergut aus Hohenthan bei Schönberg
Gebäude Nr. 37
4) Der Stadel
Stadel aus Grünbach
Gebäude Nr. 15
5) Der Getreidekasten
Getreidekasten vom Geigerhof aus Grub bei Konzell
Gebäude Nr. 38b
6) Die älteste Volksschule Deutschlands
Schul- und Marktschreiberhaus aus Simbach bei Landau
Gebäude Nr. 9
7) Die Rothaumühle
Die Rothaumühle am ursprünglichen Standort
Gebäude Nr. 44
8.) Die Kapelle
Wallfahrtkapelle Maria vom Guten Rat aus Thierham
Gebäude Nr. 34